Nach Jerusalem wandert man, um Jesus zu finden, nach Rom geht man zum Papst, doch auf dem Pfad nach Santiago de Campostela sucht man sich selbst .(spanische Sprichwort)

Von Villamayor de Monjardin nach Viana, 29 Kilometer
Ja, meine Lieben, heute ist Schabbat. Jetzt bringt er aber die Religionen durcheinander, werdet ihr denken. Nein, ganz und gar nicht. Ich nehme mir nur das heraus, was mir heute Abend das beste Gefühl gibt. Und Schabbat beginnt alleweil am Freitagabend und geht bis Sonnabend Nacht. Da ich mich sozusagen in einem transzendalen Zustand befinde zwischen Jakobusweg und Tel Aviv, bereite ich mich schon mal auf die Zukunft vor und mache heute Abend Wasser zu Wein. Keine Sorge, er hat nicht auf dem Jakobsweg zu viel Wein getrunken. Zumal ich in Irache auch noch am Weinbrunnen vorbei gelaufen bin. So ein Jammer. Nein, das Weintrinken vergeht einem hier. Zumindest solange man läuft.
Also Schabbat: Deshalb kann ich mich leider diesem Blog heute Abend nicht so ausführlich widmen. Übrigens ist Johannes der Täufer der einzige Evangelist, der berichtet, wie der jüdische Wanderprediger Jesus an einem Freitagabend bei einer Hochzeit in Kana Wasser zu Wein verwandelt. Johannes war sich dessen so sicher, dass er es als das erste Zeichen bezeichnete. Bei der Hochzeit eines nicht näher benannten Paares waren Jesus und Maria zugegen. Maria, irgendwie in der Rolle der Gastgeberin, bemerkte, dass dem Paar der Wein ausging, was sich wahrscheinlich schnell im Dorf herumgesprochen hätte, und die Familie zum Spott gemacht hätte. Da bat sie Jesus, etwas zu tun, und der wandelte Wasser in einem großen Wasserbehälter in Wein. Maria befahl den Dienern, den nunmehr vorzüglichen Wein auszuschenken. Auch wenn diese nicht daran glaubten, taten sie es und siehe da… Da müsst ihr jetzt mal durch:
„2 Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
3 Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
5 Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!
6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter.
7 Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand.
8 Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm.
9 Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen
10 und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.
11 So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa…“ (Johannes 2.2-11)
Eigentlich eine super Idee Sätze mit Nummern zu versehen. Hätte uns mal bei der Zeitung als Honorarmaß einfallen sollen. Eine Nummer zehn Euro. So, nun will ich mal sehen, ob ich auch ein wenig Wein finde und den Abend genießen kann. Schenkt euch ein Gläschen ein und schaut die Bilder der ersten fünf Tage.
Erkenntnis des Tages: Ein Gläschen Wein gehört zum Camino de Compostela. Dafür braucht es keine Wunder.





Kein Camino ohne Vino,war Unser Motto auf den Pilgerwegen.
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Ich hörte schon, ihr seid gerade zurück. Wo genau wart ihr unterwegs? Hier weinen die Wirte euch noch nach… 😉
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Oh, das ist ja hier Bildungsfernsehen. Schön, dass und wie Du Deine Erkenntnisse mit uns teilst! Aber vielleicht ein bisschen mehr Blut, Schweiß und Tränen? Klingt so easy peasy. Durch die Felder latschen und abends ne Flasche Wein. Dann mach ich das auch mal.
Aber erst mal verfolge ich Dich aus der Ferne. Und mach mir jetzt mal einen Rosé auf… Guten Weg! Petra
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